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Teil 69
Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. (523-531)

Posted 19-10-2003

 
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[14. bis 20. Dezember 1802, Mainz][...]

523) Kennet ihr nicht einen Namens Winkler von Reichenbach, welcher ehemals bei Johannes Welsch von besagtem Ort wohnte?

Antw. Nein, ich kenne in besagtem Reichbach niemand, als genannten Welsch.

524) Müßt ihr nicht eingestehen, daß gedachter Winkler, zu dem bei dem Müller Horbach begangenen Diebstahl, und dem an dem Bürger Riegel zu Ozweiler verübten Meuchelmord geholfen hat?

Antw. Ich weiß nichts davon.

525) War nicht noch ein großer starker Mann von Sinhoppstätten, welcher zu diesen zwei Verbrechen geholfen hat?

Antw. Ich habe einen finstern Begriff, daß noch ein Mitschuldiger bei diesen zwei Verbrechen war, welchen ich noch nicht genennt, und welcher mit denjenigen von der Birkenfelder Band gekommen ist. Es wäre möglich, daß es der Namens Winkler seie, ich bin aber gewiß, daß es niemand von Son-Hoppstätten war, allwo ich alle Leute kenne.

526) Habt ihr niemalen Versuch gemacht, von dem Müller Horbach von der Antesmühl Geld zu erpressen?

Antw. Ich habe von diesem Müller niemalen Geld erpressen wollen; aber ein Jahr vor dem Vorfall zu Ozweiler, wollte ich und Peter Petry Sohn, die Esel des besagten Müllers stehlen.
Wir waren schon in dem Stall, als wir von den Einwohnern überfallen wurden; wir retteten uns durch die Flucht, man schoß nach uns, und Peter Petry Sohn wurde von einem Schrot-schuß getroffen. Ich ließ in zurük und begab mich auf den Steinerter-Hof, allwo die Mutter dieses jungen Petry sich befand. Auf das Bitten dieses Weibes, welche wegen dem Zurük-bleiben ihres Sohnes unruhig war, kehrte ich nach Hundsbach zurük, allwo ich ihn in dem Hause eines Mannes, welcher der Bruder des Pächters vom Welcherter-Hof ist, fand. Ich führte ihn von da auf einem mit mir genommenen Pferd, auf besagten Steinerter-Hof. Ich bemerkte endlich, daß es der nemliche Peter Petry, ist welcher sich gegenwärtig in den hiesigen Gefängnissen befindet.

527) Wisset ihr nicht, auf welche Art Peter Petry von den Antesmühl nach Hundsbach gekommen ist?

Antw. Nein.

528) Habt ihr nicht gehört, daß der Müller Füllmann ihn dahin geführt hat?

Antw. Nein.

529) Hat nicht der nemliche Füllmann die zu Offenbach gestohlene Waaren weggebracht?

Antw. Nein.

530) Müßt ihr nicht gestehen, daß besagter Füllmann euch in dem sogenannten Brunertwald angetroffen hat?

Antw. Nein.

531) Habt ihr gar keine Wissenschaft von dem im Jahr acht bei Rheinbellen begangenen Straßenraub?

Antw. Ja, das Verbrechen ist durch mich, Georg Dahlheimer und Georg Pick begangen worden. Es war damals Markt zu Roth; wir stellten uns alsobald zwischen Kisselbach und Lipshausen im Hinterhalt, um die von diesem Markte kommenden Kaufleute zu erwarten; aber dieser Ort war übel gewählt, indem wir nur einem einzigen Juden, welche wir fünf Louisd’or nahmen, begegneten. Von da begaben wir uns in den zwischen Lipshausen und Rheinbellen gelegenen Wald. Es fieng schon an Nacht zu werden, als wir eine Anzahl von zwanzig Juden kommen sahen. Wir hielten sie an und nahmen ihnen drei silberne Uhren und sechs oder sieben Thaler an Geld. Wir waren alle bewaffnet, übten aber keine Gewalt gegen die Leute aus, ausgenommen daß Peter Dahlheimer dem Jud Dreidel Moyses von Rheinbellen, welcher ihm seine Uhr nicht geben wollte, einen Stoß mit dem Flintenkolben gab.
[...]

 
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