Diese Seite sieht in einem modernen Browser besser aus, aber der Inhalt kann auch mit älteren Browsern oder Geräten betrachtet werden.Ich empfehle Ihnen auf einen neuen Browser umzusteigen.

Sie sind hier: Home :: Schinderhannes :: Das Verhör

Teil 65
Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. (479-501)

Posted 19-10-2003

 
e-mail E-mail this page
print Printer-friendly page

[18. November 1802, Mainz][...]

479) Ihr habt in eurer Antwort auf die vier hundert fünf und zwanzigste Frage gesagt, daß auf dem Weg vom Breitzesterhof nach Södern ihr in einem Wirthshaus in einem Dorfe, welches drei Viertel Stund von der Neubrük entfernt liegt, eingekehrt seid, erinnert ihr euch nicht, daß der Name dieses Dorfes Gimbweiler ist?

Antw. Ich habe mich seitdem erinnert, daß dies der Name des Dorfes ist, von welchem ich in meiner Antwort auf besagte Frage gesprochen habe.

480) Habt ihr nicht bemerkt, daß das Wirthshaus, wo ihr eingekehrt seid, auch zugleich eine Ziegelhütte ist?

Antw. Davon weiß ich nichts, aber das Haus liegt am Ende besagten Dorfes.

481) Habt ihr nicht auch bemerkt, daß die Fremden, welche ihr in besagtem Haus gefunden habt, und wovon die Anzahl euch glauben machte, daß die Gemeinde versammelt seie, Maurer gewesen sind?

Antw. Ich habe nicht acht hierauf geben; ich habe nur mehr Leute gefunden als ich ver-muthen konnte in das Haus zu gehören.

482) In welcher Beschäftigung fandet ihr besagte Fremde, als ihr in genanntes Haus getreten seid?

Antw. Sie waren rings um den Tisch herum gesessen um zu Nacht zu speisen.

483) War nicht jemand unter euch, welcher einen runden Huth trug?

Antw. Ja, ich wars.

484) Wer war dann derjenige unter euch, welcher einen aufgeschlagenen Huth trug, dessen hinter geschlagene Seite die Stirn und Augen bedekte?

Antw. Es war der alte Boutla.

485) Kennt ihr den Namen des Einwohners von Aulenbach nicht, welchen ihr unter dem Namen Sohn des Wirths Hannes-Jakob von Fronhausen bezeichnet habt?

Antw. Nein, aber sein Haus liegt mitten im Dorf gegen dem Brunnen über; Ich bemerke daß mit Ausnahm des Herren des Hauses niemand uns ein noch ausgehen sahe.

486) In eurer Antwort auf die vier hundert fünf und zwanzigste Frage habt ihr gesagt, daß die zween Porn, Vater und Sohn, und Friedrich Schmitt schon lange den Anschlag verabredet hatten, einen Juden zu Södern zu bestehlen; haben euch diese nemlichen Individuen nicht auch gesagt, daß sie schon einen Versuch gemacht haben, besagten Juden zu bestehlen?

Antw. Nein.

487) Kennet ihr diejenigen nicht, welche in der Nacht vom dreizehnten auf den vierzehnten Nivose siebenten Jahrs einen Versuch gemacht haben das Haus des Moyses und Mendel Levy zu bestehlen?

Antw. Nein.

488) Kennet ihr den Namen des Wirths zu Eckersweiler nicht, von welchem ihr in eurer Antwort auf die vier hundert vierte Frage gesprochen habt, und bei welchem ihr, vor dem Strassenraub bei der Neubrük, eingekehrt seid?

Antw. Nein.

489) Ists nicht Friedrich Albert, Wirth in besagtem Eckersweiler?

Antw. Ich weiß es nicht.

490) Würdet ihr dann den Wirth erkennen, wenn man euch selbigen vorzeigen würde?

Antw. Ich weiß nicht, aber ein Scheerenschleifer von Bärsweiler Namens Johann, und von welchem ich den Familien-Namen nicht kenne, war mit uns; dieser wird mehr Erläuterung geben können; ich muß zusezzen, daß der Familien-Name Albert ist; daß er mir durch Karl Benzel und diejenigen, welche mit mir damals im Hause waren, also genannt worden, ich weiß aber nicht ob sein Vornamen Friedrich ist: übrigens ist sein Haus eines der ersten links, wenn man von Baumholder kommt.

491) Jakob Benedum und die zween andern, welche er mit sich brachte, haben sich in besagtem Wirthshause mit euch vereinigt?

Antw. Nein, wir haben sie in dem Wald bei Neubrük angetroffen.

492) Derjenige der Kameraden, welcher mit Benedum gekommen, welcher von Reichweiler ist und dessen Bruder in Trier guillotinirt worden ist, heißt er nicht Cullmann?

Antw. Ich weiß daß sein Vornamen Johann Nikolaus ist, und daß er unter den französischen Truppen gedient hat.

493) Könnet ihr uns keine Auskunft, wegen dem andern durch Benedum mitgebrachten Kamerad geben?

Antw. Es ist der Sohn des Müllers von der Neubrük, ein junger Mensch zwischen zwanzig und dreisig Jahren.

494) Seid nicht ihr derjenige, der damals bei dem Diebstahl bei Neubrük den Bürger Conrad Mohr von Osterhof angriff, und welcher ihm einen so schreklichen Streich versezte, daß er seinen Huth und Baumwollene Müzze durchdrang?

Antw. Nein, ich habe niemand geschlagen, habe aber gesehen, daß Benedum einem Christen einen Streich gab, welcher selbigen zu Boden warf.

495) Wie waret ihr und Benedum bei diesem Vorfall gekleidet?

Antw. Ich trug einen grauen Rok, rothe Weste, lederne Hosen und eine gräuliche Müzze. Benedum trug einen dreiekigen Huth, hellblau Camisol und lederne Hosen.

496) Habt ihr nicht noch andere Verbrechen mit dem gedachten Sohn des Müllers von Neubrücken begangen, und wißt ihr nichts mehr gegen ihn?

Antw. Nein, ich weiß aber, daß er ein guter Kamerad von Benzel und Benedum war, ich bemerkte jedoch an seiner Furcht, daß er noch unerfahren in diesem Handwerk war.

497) Die Mühle, wo ihr euch vor dem Diebstahl von Merxheim, welchen ihr mit Christian Rheinhard und Peter-Henrichs-Hann-Adam begienget, aufgehalten habet, liegt sie nicht zwischen Merxheim und Kirschroth, und heißt sie nicht Eltesmühl?

Antw. Ja.

498) Wißt ihr nicht, ob der Name des Müllers Philipp Lauf ist?

Antw. Ich weiß es nicht.

499) Der Müllerpursch, welcher mit Friedrich Kunz, dem sogenannten Borbes-Fritz auf die Eltesmühl gekommen ist, heißt er nicht Peter Joseph Graf?

Antw. Ich erinnere mich dessen nicht.

500) Wißt ihr nicht, daß dieser nemliche Mensch, seither Müller auf der Kazzenmühl unterhalb Merxheim geworden ist?

Antw. Ich habe gar nichts davon gehört.

501) Nachdem ihr die Eltesmühl verlassen habet, hat euch der Müllerknecht, welcher mit Friedrich Kunz gekommen ist, unterwegs verlassen, oder ist er mit euch bis nach Merxheim gegangen?

Antw. Er ist mit uns und Friedrich Kunz bis ins Dorf gegangen, und hat uns nicht vor besagtem Kunz verlassen.
[...]

 
Ähnliche Rubriken:
Das Verhör

Der Holzturm zu Mainz

Archiv | Links | Wunschzettel

Digitalkameras aller Hersteller bei Directshopper

Leserbriefe geben die Meinung der Verfasser wieder.
Ein Anspruch auf Veröffentlichung im Rheinhessenarchiv :: Genealog besteht nicht.
Ich behalte mir die Kürzung von Beiträgen vor.
Copyright 2000-2003 Melanie Langenhan, Königsberger Str. 33, D-55268 Nieder-Olm
webmaid at web.de - Alle Rechte vorbehalten -

Rheinhessen, Genealogie und Geschichte ... Rheinhessenarchiv :: Genealog

powered by Big Mediumi