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Teil 62
Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. (466-472)

Posted 19-10-2003

 
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[29. Oktober 1802, Mainz][...]

466) Habt ihr keinen Antheil an dem, den sechsten Germinal achten Jahrs auf die Person des Bürger Samuel Elie von Sobernheim auf dem Weg zwischen Waldbeckelheim und dem Steinerterhof bei dem sogenannten Kiswald begangenen Diebstahl, genommen?

Antw. Ich war damals mit dem Carl Benzel dem sogenannten Scheelen-Karl in besagtem Bezirk; wir erwarteten die Handelsleute welche von dem Kreutznacher Markt zurük kommen sollten. Der Jud Schmul (Samuel) von Sobernheim kam diesen Weg. Wir forderten ihm sein Geld ab. Er gab uns aus guten Willen eine Summe von beiläufig eilf Gulden. Ich bemerkte, daß er noch mehr Geld in seinen Hosen hatte; ich ließ ihn von seinem Pferde absteigen; der Jud widersezte sich aber der Durchsuchung, die ich an seiner Person vornehmen wollte; ich brauchte dann Gewalt gegen ihn und zog aus seinen Hosen eine Summe von zwölf bis dreizehn Louisd’or; ich bemächtigte mich auch des Pferds des Juden, und gewann damit die Anhöhe. Benzel folgte mir zu Fuß nach; der Jud schrie wie ein Rasender und Benzel legte ihm Stillschweigen auf; weilen er aber immer um Hilfe schrie, so schoß Benzel mit seiner Flinte nach ihn; demohngeachtet unterließ der Jud sein Geschrei nicht, und lief mir nach; Benzel schoß noch einmal nach ihm. Ich habe nicht gesehen, daß einer dieser Schüsse den Juden getroffen habe, wenigstens ist er nicht zu Boden gefallen.
Der Jud verfolgte mich immer und weilen Leute auf dem an den Wald grönzenden Felde waren, so verließ ich das Pferd, welches der Jud gleich ergriff, und begab mich mit Benzel in den Soberheimer Wald, wo wir das Geld theilten: Von da sind wir nach Lauschied gegangen allwo wir bei Johannes Leydecker übernachteten.

467) Wer sind die Weiber welche bei euch und Carl Benzel waren, als der Lezte auf dem Eichenerhof arretirt wurde?

Antw. Es waren Anna Maria Schäfer von Waldbrük damals Beischläferin von Carl Benzel, und eine Namens Catherine, Tochter des alten Schuhmacher, welche damals mit mir lebte und jezo dem Krug-Joseph nach zieht.

468) Wo hattet ihr die doppelte Flinte herbekommen, welche die Gendarmen bei der Arresta-tion des Carl Benzel in der Scheuer auf dem Eichenerhof fanden?

Antw. Ich habe sie in der Hütte eines Holzhauers Namens Johann Schaus, welcher in dem Sonwald wohnt, gestohlen. In dem Augenblik als ich sie nahm war niemand zu Haus.

469) Wißt ihr nichts von den Verbindnissen, in welchen Carl Benzel mit Michel Ritz, Pächter vom Frohnbacherhof, im Kanton Cussel, Sarre-Departements, Abraham Benedum auf dem Meyweilerhof, Kanton Cussel und Christian Scheithauer auf der Mühle zu Rhaunen nemlichen Kantons, Saar-Departements gewesen ist?

Antw. Nein.

470) Es scheint doch, daß Carl Benzel innigst verbunden mit diesen Individuen war, indem er ihnen aus seinem Gefängniß zu Koblenz geschrieben, und gedroht hat sie zu verrathen, wenn sie ihm nicht zu Hilfe kämen. Diese Verbindnisse können euch nicht unbewußt seyn, da euer Kamerad Benzel es euch doch ohne Zweifel wird anvertraut haben?

Antw. Es ist möglich, daß Carl Benzel ihnen gestohlene Pferde verkauft habe, aber ich weiß nichts davon, und weil ich nur sechs Wochen mit besagtem Benzel war, so hat er mir auch nichts davon gesagt.

471) In was bestunden die Lebensmittel welche euch Müller-Hannes von dem Eichenerhof verschafte, als ihr mit besagtem Müller-Hannes, Georg Friederich Schulz und Jakob Porn in einem benachbarten Wald waret?

Antw. In Brod und Milch.

472) Hat einer von euch den Hafer wieder auf dem Hof zurük getragen, oder hat jemand vom Hof selbigen geholt?

Antw. Der alte Pächter ist zu uns gekommen, um den Hafer abzuholen.
[...]

 
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