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Teil 49
Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. (337-358)

Posted 19-10-2003

 
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[8. September 1802, Mainz][...]

337) Wer ist dann der Juden-Peter, mir dem ihr auf dem Breitwieser-Hof bei Umbstatt waret, als ihr die Bekanntschaft mit Christian Rheinhard gemacht habt?

Antw. Es ist Peter Stibiz, der dem Vorgang bei Ozweiler beigewohnt hat; er hat den Namen Juden-Peter, weil er ein Judenmädchen von Seibersbach bei sich hat.

338) Wo seyd ihr von diesem Breitwieserhof mit Christian Rheinhard und andern Kameraden hingegangen?

Antw. Wir giengen bis nach Asler bei Wezlar, ohne was zu unternehmen. Hier war es, wo ich mit Christian Rheinhard und den andern Wortwechsel hatte, und wo sie mir den Arm brachen.

339) Ehe ihr mit euern Kameraden auf die Mühle zu Merxheim gienget, um da den Diebstahl zu begehen, waret ihr nicht in dem Ort?

Antw. Ich hatte wohl besagte Mühle verlassen, um Borbes-Friz zu erwarten; allein ich kam nicht ins Ort.

340) Bestehet ihr darauf, daß ihr das Tuch, so Borbes-Friz und seine Kameraden von euch verlangt haben, an den euch von ihnen angezeigten Ort hingelegt habt?

Antw. Ja, Peter Henrichs Hann-Adam legte ein Stük Bibre dahin.

341) Hat der Jude von Merxheim, als ihr zu ihm auf den Speicher gekommen seid, nicht ein Messer gezogen, um sich zu vertheidigen?

Antw. Ich könnte nicht sagen, daß gedachter Jud ein Messer gegen mich gezogen hätte; wahr ist es aber, daß ich ihm ein Messer nahm, so er in der Hand hatte.

342) Wo wurden die Speißen, die euch der Schullehrer von Oberhausen, nach den Diebstählen von Merxheim und Laufersweiler, in die Bergwerke von Lemberg brachte, zubereitet?

Antw. Bei einem Namens Wilhelm Bollenbach, Oehlmüller von Oberhausen, und wir haben sie ihm bezahlt.

343) Habt ihr nie Tuch in die Scheuer des Bürgers Keßlers zu Gribelschied gelegt?

Antw. Nein.

344) Wurde euch dieses Tuch nicht von eueren Kameraden gestohlen?

Antw. Nein.

345) Als ihr in dem Hause des besagten Keßlers getanzt habt, stelltet ihr nicht eine Wache vors Haus?

Antw. Ja, gesagter Keßler stellte einige Wachen aus; ich habe sie bezahlt, aber ich weiß ihre Namen nicht; übrigens nahm besagter Keßler keinen Antheil an irgend einem meiner Vergehen, und da er Wirth ist, konnte er sich nicht wohl davon frei machen, mich in sein Haus aufzunehmen.

346) Wo habt ihr zu Bayerthal gemachte Beute getheilt?

Antw. In einem Wald bei Wimmerbach.
347) Habt ihr in eurer Antwort auf die zwei hundert neun und sechzigste Frage all jene genannt, die dem Vorgang von Ozweiler beigewohnt haben?

Antw. Es war niemand weiter dabei als ich, Philipp Gilchert, Carl Engers, Peter Stibiz, Carl Benzel, Husaren-Philipp, Jakob Benedum, Johann Welsch, der Glaßer Adam von Ruschberg und ein Franzos, so wie auch Peter Dalheimer, Johann Seibert von Lipshaußen und Christoph Blum von Lautert.

348) War Henrich Gimbel von Kirchenbollenbach nicht mit euch auf der Mühle von Schmitthachenbach, wo ihr euch aufgehalten bevor ihr nach Ozweiler gegangen seid?

Antw. Nein.

349) Hat nicht der nemliche Gimbel Droh-Briefe überbracht und, von euch gestohlene Pferde, verkauft?

Antw. Nein.

350) Ihr sagtet in eurer Antwort auf die 271ste Frage, ihr wißtet nicht, daß auf der Mühle zu Schmitthachenbach gestohlen worden: Müßt ihr nicht gestehen, daß Gilchert auf besagter Mühle dem Peter Bart, Tochtermann des Michel Horbach Müller allda, sechs Bazen gestohlen hat und die andere, Kleider, Strümpfe, Schuhe? Daß sie gesagtem Horbach die Pistole auf die Brust sezten, um Geld von ihm durch Drohungen zu erpressen, und daß sie im Fortgehen die Fenster zerbrachen?

Antw. Ich weiß nichts von einem Diebstahl, ich erinnere mich aber, daß Christoph Blum die Fenster zerbrochen hat.

351) Habt ihr niemals etwas mit einem Namens Adam Weichel, Maurer zu Ozweiler, zu thun gehabt?

Antw. Ehe wir auf dem Domberg die Mainzer Juden bestohlen haben, kam ein gewisser Weichel von Ozweiler zu uns auf die Mühle des Bürgers Willmann bei Schmitthachenbach, wo wir uns aufhielten; von da schikte ihn Stibiz nach Becherbach um sich zu erkundigen, ob die Juden noch da wären; er kam mit der Nachricht zurük, daß sie noch da seien.

352) Kennet ihr die Wittwen von Johann Nikolaus Gimbel und von Henrich Drechsler von Kichenbollenbach?

Antw. Ja, mein Vater hatte ehemals da, und zwar bei der Wittib Gimbel gewohnt; des Drechsels Haus war ein Wirthshaus; ich besuchte sie daher einigemal, wenn ich diese Oerter durchging, sie haben aber an keinem meiner Vergehen Theil genommen.

353) Als ihr auf dem Wikkenhof getanzt und da eine Uhr verloren habt, stelltet ihr nicht einen als Wache aus, und wer war dieser?

Antw. Es ist wahr, daß ich mit meiner Frau einmal da getanzt habe, selbst ehe ich sie mit mir nahm; ich habe auch in diesem Haus eine Uhr verloren, aber es war niemand Wache für mich gestanden.

354) In welcher Verbindung waret ihr mit David Willmann, Müller auf der Rothmühl bei Fischbach?

Antw. Ich war zwei oder dreimahl auf gesagter Mühle, aber ich hatte keine Gemeinschaft mit ihm.

355) In welchem Verhältniß stehet ihr mit Johann Nikolaus, ehemaliger Beständer vom Wikkenhof, nun zu Hobstätten wohnhaft?

Antw. Ich kenne ihn seitdem mein Vater in besagtem Hobstätten gewohnt hat, er hat gar keine Gemeinschaft mit mir.

356) Kennt ihr einen Namens Adam Dries, Korbmacher und Krämer zu Sien, der sonst zu Becherbach wohnhaft?

Antw. Ich kenne ihn nicht.

357) Kennt ihr einen Juden von Becherbach, Namens Joseph Deutsch?

Antw. Ja, ich trank einmal mit Peter Dalheimer den Caffee bei ihm: er zahlte mir eine Louisd’or daß ich ihm für einen andern Juden von Becherbach einen Paß verschaffen mögte. Henrich Gimbel von Kirchenbollenbach war dabei.

358) Kennt ihr den Namens Peter Schneider von Aulenbach?

Antw. Ich kenne einen Einwohner von Aulenbach, der der Sohn von einem Namens Johann Jakob Wirth zu Frohnhausen ist. Ich brachte einmal mit Müllerhannes, Georg Friedrich Schulz, dem Glaserhannes von Ruschberg, vier und zwanzig Stunde in seinem Hause zu, er gab uns zu essen und zu trinken, er hat aber an keinem meiner Verbrechen Theil genommen.
[...]

 
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