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Teil 48
Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. (329-336)

Posted 19-10-2003

 
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[2. September 1802, Mainz][...]

329) In eurer Antwort auf die 191ste Frage habt ihr schon von dem Meuchelmord des genannten Blackenklos gesprochen, und in jener auf die vorhergehende Frage habt ihr angegeben, daß diese That in eurer Gegenwart geschehen sei; sagt mir nun, warum und auf welche Art wurde dieser Mord vollbracht?

Antw. Blackenklos hatte zu Schneppenbach bei Kirn, einer gewissen Botsliß oder Grosliß alle ihre Effekten geraubt. Ich kam den andern Tag gegen Abend mit Jakob Fink von Weiler und Johann Seibert von Lippshausen nach gedachtem Schneppenbach. – Diese Frau beklagte sich bei uns über die üble Behandlung die sie von besagtem Blackenklos erlitten habe, bat uns zugleich, genannten Klos wieder abzunehmen, was er ihr eben gestohlen habe. In Begleitung dieser Frau verfolgten wir ihn von Ort zu Ort und erreichten ihn endlich auf dem Schloß von Baldenau, wo er mit der Tochter eines gewissen Zunder Paul war, der ein auf dem Hundsrück herumziehender Landstreicher ist. Wir stellten ihn zu Rede, warum er die genannte Liß bestohlen habe; ohne hinreichende Antwort zu geben, wollte er in sein Zimmer fliehen, wahrscheinlich in der Absicht sich seiner Pistolen zu bemächtigen. Ich hielt ihn zurük und er zog ein Messer aus dem Sack. Ich hielt ihm den Arm fest, und hinderte ihn mich zu erstechen. Seibert, den ich zu Hilfe rief, nahm einen dicken Stock und gab gesagtem Blackenklos einige Schläge auf den Kopf, daß er zu Boden fiel. Seibert, der wegen dem Vorfall bei Lindenschied, wo sein Kamerad Bastian umkam, noch einen Groll auf Blakkenklos hatte, nahm das Messer, das Blackenklos gezogen hatte, und sties es ihm wiederholtermal in die Brust.
Hierauf nahm die Grosliß die Effekten, die ihr Blackenklos entwendet hatte, und wir giengen davon, ohne etwas von den Sachen die Blackenklos gehörten, anzurühren, ein Messer und eine Dose ausgenommen, die sich Seibert zueignete. Ich nahm seine Hosen und Jakob Finck seine Stiefel. Ich füge noch hinzu, daß sich zwischen Schneppenbach und Baldenau noch Klers-Philipp zu uns gesellte und daß er gar keinen Antheil weder an dem Diebstahl des besagten Blackenklos noch an seinem Mord nahm.

330) Hattet ihr bei dem auf der Mühle des Bürger Krazmann bei Merxheim begangenen Diebstahl auch Schießgewehr bei euch?

Antw. Ja, wir waren alle mit Waffen versehen.

331) Bei dem Diebstahl zu Neudorf waret ihr auch bewaffnet?

Antw. Ich, Christian Rheinhard, Johann Adam Steininger und Johann Leydecker trugen Schießgewehr, ich weiß aber nicht, ob Kremer Antons Joseph auch bewaffnet war.

332) Seid ihr nicht einige Zeit nach dem Diebstahl von Neudorf des Nachts an diesem Hof vorbeigegangen, und habt an der Thüre des Hofmanns geklopft?

Antw. Nein.

333) Wißt ihr dann nicht, daß Carl Stich von Feil versucht hat, auf gesagtem Hof zu stehlen?

Antw. Nein.

334) In welchem Verhältniß waret ihr mit Carl Stich?

Antw. Ich habe ihn zweimal in seines Vaters Haus gesehen, der ein Wirth ist, und einigemal auf der Jagd; allein er hat an gar keinem meiner Verbrechen Theil genommen.

335) Kennt ihr nicht einen Namens Peter Pong, Hussar beim vierten Hussarenregiment?

Antw. Nein.

336) In eurer Antwort auf die 210te Frage habt ihr gesagt, daß ihr zu Merxheim zwei silberne Schnallen gestohlen habet, und in jener auf die 242ste sprecht ihr von drei silbernen Schnallen: Welche von diesen Antworten ist nun der Wahrheit gemäß?

Antw. Wir haben zwei Paar silberne Manns- und ein Paar Weibsschnallen gestohlen, und auf diese Art muß dieser scheinbare Widerspruch gehoben werden.
[...]

 
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