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Teil 46
Verhör des Johannes Bückler, Schinderhannes genannt. (305-312)

Posted 19-10-2003

 
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[31. August 1802, Mainz][...]

305) Hat euch nicht vor zwei Jahren die Tochter des Ex-Agenten Platau von Lauschied, auf der sogenannten Hotermühl, Nachricht von der Ankunft der Gendarmen gegeben, und habt ihr nicht auf den Brigadier besagter Gendarmen geschossen?

Antw. Weder die Tochter von Platau, noch ihr Vater haben mir je eine solche Nachricht gegeben, und es ist falsch, daß wir auf gedachten Gendarmen geschossen haben; wir ließen unsre Flinten los, aber keineswegs auf die Gendarmen; als diese aber die Schüße hörten, verfolgten sie uns, und wir zogen uns auf kleine Hügel in dem Wald zurük, wo sie uns nicht fanden.

306) Hat euch der sogenannte Hünerhof nicht dazu gedient, euere gestohlene Sachen zu verbergen, und zwar in einem daselbst befindlichen unterirdischen Behälter?

Antw. Nein, ich hatte da niemals unsere Beute niedergelegt, wohl aber hatte ich in der Gegend benannten Orts und in dem nah gelegenen Wald, oft gestohlene Pferde.

307) Hat euch der Wirth Osseus zu Medersheim nicht in seinem Haus verborgen?

Antw. Nein, ich kenne ihn wohl seit der Zeit, als ich noch beim Abdekker zu Bärenbach in Diensten war; allein ich habe in der Folge sein Haus nicht mehr besucht, als um zu essen und zu trinken, und ich habe keine Gemeinschaft mit ihm.

308) Zu eurer Antwort auf die 57ste Frage, habt ihr erklärt, daß der sogenannte Maus zu Semd euch bekannt seie, daß er gestohlene Sachen gekauft habe, und besonders von Georg Friedrich Schulz: Könnt ihr davon Proben aufstellen?

Antw. Ich weiß es von Georg Schulz selbsten, daß er mit besagtem Maus in Verbindung war, und daß dieser Maus, so wie ein gewisser Johann Henrich und der Müller Semd, Gildner genannt, verschiedene, durch gedachten Schulz gestohlene Sachen gekauft haben. Was mich betrift, so habe ich den beiden Erstern nichts verkauft, wohl aber habe ich zu zweimalen auf der Mühle des Lezteren, an einem gewissen Henrich Rapp von Habizheim Pferde verkauft, die ich zu Limbach und Hahnmühl, auf dem linken Rheinufer gestohlen hatte. Dieser Verkauf geschah vergangenen Winters, in Gegenwart des Müllers, der eben sowohl, als der gedachte Rapp wußte, daß die Pferde gestohlen seyen, und der Müller selbst ließ den Rapp rufen.

309) Hat euch besagter Maus nicht gesagt, woher er wisse, daß ein gewisser Feist und andere, die ihr in euerm obgemeldeten Verhör angegeben habt, den Pfarrer von Neunkirchen bestohlen haben?

Antw. Nein.

310) Derjenige, welchen ihr in euerm gemeldeten Verhör unter dem Namen Fleischmann angegeben habt, nennt er sich nicht auch Steckenreuter?

Antw. Ich weiß es nicht.

311) Habt ihr keine Wissenschaft davon, ob das Pferd, welches besagter Maus von dem Förster Grefer von Semd gekauft hat, gestohlen war?

Antw. Nein, ich weiß nichts davon; ich weiß blos, daß ihm einmal gestohlene Pferde wieder abgenommen worden, und ich muß hinzusezzen, daß er mir einmal angelegen, ihm ein gestohlenes Pferd zu bringen; da er es aber auf Kredit haben wollte, eilte ich nicht sehr ihm Genüge zu leisten. Es war vergangenes Frühjahr, wo ich mich acht oder vierzehn Täge auf besagter Mühle aufhielte.

312) Habt ihr nicht an einen gewissen Löb Schwab zu Darmstadt einen Brief geschrieben, oder schreiben lassen, worin man die Summe von sechs Louisd’or von ihm begehrte, und solche an den Wirth Schaffner zu Wolfskehl abzugeben?

Antw. Ich weiß gar nichts hiervon, und der Brief, den sie mir so eben zeigten, ist wie sie selbst wissen, nicht von meiner Hand geschrieben.
[...]

 
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