Das Verhör
Diese Seite sieht in einem modernen Browser besser aus, aber der Inhalt kann auch mit älteren Browsern oder Geräten betrachtet werden.Ich empfehle Ihnen auf einen neuen Browser umzusteigen.
Posted 19-6-2003
156) Auf welche Art und mit wem habt ihr den Diebstahl zu Würges begangen?
Antw. Ich war damals mit meiner Frau auf der Haasenmühl; etliche von der Bande des Pickard unter dem Namen Niederlander Band bekannt, kamen auch dahin. Sie machten mir den Vorschlag mit ihnen auf Verrichtung zu gehen; ich nahm ihn an, und ehe ich dahin gieng, führte ich meine Frau nach Haßloch, wo ich den gegenwärtig in Mainz verhafteten Christian Rheinhard antraf; sein Bruder Wilhelm, (wirklich in Mannheim einsizzend) Christoph Blum von Lautert: (in den Gefängnissen zu Kölln gestorben) und Johann Adam Hofmann sogenannten Peter Henrichs Hannadam welche sich in der Gegend befanden schlossen sich an mich an. Ein Jud von Asselheim Namens Johann, gemeiniglich der Schnukel genannt, brachte noch einen Mann von Vilbel, mit welchem ich in Frankfurt konfrontirt worden bin, einen andern Menschen, den sogenannten Kannengiesers Henrich und einen Mann von Homburg an der Höh, dessen Namen ich nicht kenne, mit sich. Es waren ausserdem die Namens Pickard, Müller, dieser erkenntlich weil er durch einen Schuß den Gebrauch eines Daumen verlohren hat, Polak welcher ein junger Mensch von zwanzig Jahren ist, ein Mann von Königstein, der Königsteiner genannt, welcher einmal mit Pickard zu Kölln arretirt war, von wo er nach Höchst wo er wieder entwischt ist geführt worden, ein Berliner Jud von siebenzehen Jahren, und kleiner Gestalt, endlich ein Hesse Namens Christoph welcher zu selbiger Zeit auf besagter Haasenmühl wohnte, und mit seinem Bruder dessen Namen ich nicht kenne das Fischer Handwerk treibt, dabey. Ausser diesen fünfzehen Individuen sind noch drei oder vier von der Niederländer Bande, welche ich nicht kenne, dazu gekommen.
Der Sammelplatz war auf der Haasenmühl; der Müller wußte daß wir zu einer Verrichtung gehen sollten, er wußte aber nicht gegen wen selbige gerichtet war.
Gegen zehen Uhr des Abends verliesen wir die Mühl, alle mit Schieß-Gewehren bewaffnet. Als wir bei Würges ankamen, schnitten wir mit einer Säge welche oben genannter Hesse bei sich hatte einen Baum ab. Mittelst dieses Baumes wurde die Hausthüre eingestoßen. Sie giengen alle hinein, ausgenommen ich, der Hesse und der Mann von Vilbel.
Nach vollbrachtem Diebstahl giengen wir auf die Haasenmühle zurük, allwo wir unsere Beute in Gegenwart des Müllers, welchem wir die dem Posthalter gestohlene Flinte gaben, getheilt. Das Weiszeug wurde an einen Jud von Esch dessen Namen ich nicht kenne, verkauft. Mein Antheil war, eine goldene Uhr und sieben oder acht große Thaler.
Archiv | Links | Wunschzettel
Digitalkameras aller Hersteller bei Directshopper
Leserbriefe geben die Meinung der Verfasser wieder.
Ein Anspruch auf Veröffentlichung im Rheinhessenarchiv :: Genealog besteht nicht.
Ich behalte mir die Kürzung von Beiträgen vor.
Copyright 2000-2003 Melanie Langenhan, Königsberger Str. 33, D-55268 Nieder-Olm
webmaid at web.de - Alle Rechte vorbehalten -
Rheinhessen, Genealogie und Geschichte ... Rheinhessenarchiv :: Genealog
i