Das Verhör
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Posted 15-1-2003
12) Warum habt ihr diesen Juden zu Merxheim bestohlen?
Antw. Er war dem Müllerhannes und Petronelle Michel, annoch Geld schuldig für die Waaren, welche leztere einem Kaufmann zu Süßbach gestohlen und welche er zu Hundsbach von ihnen gekauft hatte; da der Jude nicht zahlen wollte, so haben wir uns auf diese Art an ihm erholt.
Beschuldigter bemerkt, daß dieser Jude mehrmalen gestohlene Sachen von seinen Kameraden gekauft, und daß er ebenfalls deren von ihm zu kaufen, gesucht habe.
13) Wer hat den Brief an Heinrich Zürcher auf dem Neudorfer-Hof geschrieben?
Antw. Johann Leiendeker hat die zwei Briefe in des Peter Haas Behausung und in dessen Gegenwart geschrieben; weder Körper noch Haas, kannten die Verhältnisse des ersten Briefes; als aber Körper ohne Geld wieder zurük kam, wurde er von der zweiten Absendung unterrichtet, und ich habe Ursache zu glauben, daß er seinen Schwager Peter Haas davon Nachricht gegeben.
14) Wer sind dann die sogenannte Hannikel und Philipp die mit euch in des Peter Haas von Oberhausen Wohnung gewesen?
Antw. Ich kenne keinen andern Hannikel als des Müllerhannes Sohn, von dem ich gesprochen, wie auch ausser dem Philipp von Archenthal, keinen andern Philipp.
15) Wer war bei euch in des Peter Haas Behausung als ihr mit dem Lorenz Gerhard nach Mandel gegangen?
Antw. Es war Christoph Blum von Lautert; er hatte seine Beischläferin Christine, des Jäger Kaspers von Süßweiler Tochter, (von seinem Stande so genannt), bei sich.
16) Kennt ihr denn auch Balthasar Lehr aus den Lemberger Bergwerken?
Antw. Ja, ich kenne ich; wir haben einigemal bei ihm gegessen und getrunken, und er sagte mir daß alle Jäger Befehl hätten mich aller Orten zu erschießen; gegen denselben weiß ich aber gar nichts auszusagen.
17) Habt ihr einstmalen den Johann Adam Steininger von Trombach mit einem Briefe nach Lettweiler gesendet?
Antw. Nein; allein von Lettweiler auf die Trombach, habe ich einen Weber, Bruder des Philipp Weber, geschikt, um den gedachten Steininger zur Waldgrehweiler Unternehmung einzuladen.
18) Wer ist denn der schwarze Michel, der auf dem Bangarter-Hof arretirt worden und zu Wöllstein entlossen ist?
Antw. Er heißt auch Bakenbarts-Michel, hat einen Schmarren im dem Gesicht und ist einer der besten Kameraden des alten Müllerhannes. Wir haben in Gesellschaft gedachten Müllerhannes und des Jakob Fink, vor 4 Jahren, einen Fleisch Diebstahl zu Niederwiesen verübt; dieser Bakenbarts Michel hält sich gewöhnlich in der Gegend von Kaiserslautern, des Donnersbergs, bis nach Worms auf.
19) Kennt ihr den Jakob Schläfer von Jakobsweiler?
Antw. Nein; ich kenne ihn nicht.
20) Kennt ihr einen Namens Jakob Schneider?
Antw. Nein; ich kenne keinen Namens Jakob Schneider.
21) Kennt ihr nicht einen sichern Georg Adam von Lemberg und Johann Heinrich Durr von Bärenthal bei Bitsch?
Antw. Nein ich kenne sie nicht; mein Wirkungskreiß dehnte sich nie weiter als auf Birkenfeld, Simmern, und hauptsächlich auf die Pfalz, Nahe- und Glan-Gegenden aus.
22) Habt ihr keine Bekanntschaft mit dem Juden Raphael, gewöhnlich Raffel von Niedersaulheim genannt?
Antw. Ich kenne zwar den Vater nicht persönlich, wohl aber seine zwei Söhne, welche ich schon zu Groszimmern auf dem rechten Rheinufer gesehen, wo ihre Schwester wohnet; ich weiß aber daß Müllerhannes gewöhnlich diesem Raphael und seinen Söhnen die gestohlenen Sachen verkaufet hat und dieser Handel besonders von dessen Frau betrieben worden. Ausserdem weiß ich daß die beiden Söhne des gedachten Raphael, so wie ein anderer Jude Namens Feist von Habitsheim bei Umbstadt, viele Diebstähle auf dem rechten Rheinufer begangen; da dieselbe meinen Namen mißbrauchet, so habe ich das Amt zu Umbstadt durch einen, an das Fenster des Wachthauses daselbst angehefteten Brief, hiervon benachrichtigt, worauf gedachter Feist soll arretiret worden seyn.
23) Habt ihr zu Niedersaulheim und der Gegend nicht noch sonstige Bekanntschaften?
Antw. Nein.
24) Woher wißt ihr dann, daß Müllerhannes, dem Raphael und seiner Familie gestohlene Sachen verkauft habe?
Antw. Ich habe dieses vom Müllerhannes selbsten, der mir gesagt, daß er diesem Juden nicht allein Kaufmannswaaren, sondern auch Ochsen und Kühe verkauft habe.
25) Woher wißt ihr dann, daß Müllerhannes vor 4 bis 5 Jahren den Oehlmüller Bollenbach zu Oberhausen bestohlen?
Antw. Der Sohn dieses Müllerhannes sagte mir es; dieser Bollenbach mag jedoch nicht seine Brust so ganz frei haben, indem er uns eingeladen, zu ihm zu kommen, wo wir ganz sicher seyn könnten; indem er uns zu Kreuznach Schießpulver gekauft, die Kugeln gegossen, mit dem Johann Laiendeker auf eine Flinte getauschet, welche lezterer auf dem Neudorfer-Hofe gestohlen. Zudem ist er es, welcher uns die Gelegenheit 1800 Gulden zu stehlen, verrathen, welche von Duchroth nach Obermoschel sollten gebracht werden; dieser Streich ist uns aber mißlungen.
26) Habt ihr keine Wissenschaft von dem Diebstahl, der vorigen Winter bei Wisbaden an dem Jäger des Fürsten begangen worden?
Antw. Ich war nicht mit dabei, weiß aber, daß ein gewisser Nikolaus mit seinem Bruder Georg und einem Namens Anton, der sich gewöhnlich zu Ekerroth und zu Gellhausen in der Burg aufhält - diesen Diebstahl mit einigen andern, die ich nicht weiß, begangen haben. Ich habe diese That von dem Müller der Haasen-Mühl, zwei Stunden von Königstein bei Ittstein, der mir sie vor acht Wochen erzählt hat, als ich zu ihm kam, meinen Karch zu hohlen, welchen ich vier Wochen zvor da gelassen hatte. Der Müller kannte mich, weil ich schon mehrmalen bei ihm logirt hatte.
27) Wer war der Heinrich, der mit euch, bei dem zu Obermoschel begangenen Diebstahl war?
Antw. Dies muß ein Taglöhner von Iben seyn, der diesen Namen hat.
28) Kennt ihr den Heinrich Rosel von Hallgarten?
Antw. Ich kenne ihn, habe mit ihm Karte gespielt, war mit ihm auf der Jagd, habe aber nie ein unerlaubtes Verkehr mit ihm gehabt, und er hat an meinen Diebstählen keinen Antheil genommen; was er aber mit seinen Kameraden kann gethan haben, davon weiß ich nichts.
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