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Posted 17-10-2003
Am 24. Oktober 1803 beginnt in Mainz ein für die damalige Zeit einmaliger Prozess. Er endet für 20 Angeklagte auf dem Schafott, für weitere 21 im Kerker. Unter den Hingerichteten befindet sich der vielleicht bekannteste Räuberhauptmann Deutschlands, der Schinderhannes alias Johannes Bückler. Zahlreiche Anekdoten ranken sich bis heute um den selbsternannten „König des Soonwalds“, der im Holzturm von Mainz auf sein Urteil wartete.
Fast auf den Tag genau 200 Jahre später erinnert das Stadtarchiv Mainz mit einer Ausstellung im Mainzer Rathaus an den Schinderhannes alias Johannes Bückler. Sie wurde bewusst als Schlusspunkt an das Ende des Schinderhannes-Jahres gesetzt.
Gezeigt werden die Gouachen des Malers Karl Matthias Ernst, der dem Prozess beiwohnen und Porträts der Hauptangeklagten anfertigen durfte, und die Uniform eines französischen National-Gendarm. Behandelt werden unter anderem anhand von Exponaten der Mainzer Holzturm, die Voruntersuchungsakten, Presseberichte über den Schinderhannes-Prozess, das Endurteil des Mainzer Spezialgerichts gegen Schinderhannes und seine Bande, die Rolle der "Peinlichen Halsgerichtsordnung" von 1532 im Schinderhannes-Prozess, der "Code des Délits et des Peines" - und natürlich gibt es nebst Abbildungen von der Hinrichtung der Schinderhannes-Bande eine Guillotine und das Fallbeil der Mainzer Guillotine zu sehen.
Ausgestellt ist auch Carl Zuckmayers „Mainzer Moritat vom Schinderhannes“ - eine Leihgabe des Deutschen Literaturarchivs in Marbach.
Die Ausstellung wurde in Kooperation mit Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz und dem Maison de la France in Mainz organisiert.
Die Ausstellung wird am Freitag, 17. Oktober 2003, 17.00 Uhr, Rathaus (Ratssaal) von Oberbürgermeister Jens Beutel und Kulturdezernent Peter Krawietz eröffnet. Der Leiter des Stadtarchivs Mainz, Dr. Wolfgang Dobras gibt eine Einführung in die Ausstellung. Daran anschließend ist vom Chor des Peter-Cornelius-Konservatoriums „Das Lumpestück vom Schinderhannes“ von Kurt Werner zu hören.
Die Ausstellung ist von Samstag, 18. Oktober, bis Sonntag, 23. November 2003, im Rathaus zu sehen. Das Rathaus ist montags bis freitags von 09.00 bis 18.00 Uhr und samstags und sonntags von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.
Quelle: Pressemeldung der Stadt Mainz vom 15.10.2003
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