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400 Jahre Zeitung 1605-2005
Gutenberg-Museum: Ausstellung würdigt im kommenden Jahr (09. Juli 2005 bis 30. Dezember 2005) kulturhistorische Bedeutung des Mediums Zeitung

Posted 15-10-2004

Mainz, 14. Okt. 2004 – „Vor rund vier Jahren habe ich zum Abschluss des Jubiläumsjahres ‚Gutenberg 2000’ gesagt, dass gerade die nicht messbaren Impulse, die das Jubiläumsjahr für die Gutenberg- und die Medienstadt Mainz gegeben hat, noch lange ausstrahlen werden“ sagte Oberbürgermeister Jens Beutel heute anlässlich der Vorstellung des Ausstellungsprojektes „400 Jahre Zeitung 1605 – 2005“ durch Kurator Dr. Martin Welke: „Das ist eingetroffen.“
Seitdem sei die Gutenbergstadt Mainz nicht nur als Geburtsort und bedeutendste Wirkungsstätte Johannes Gutenbergs, bekannt, sondern werde auch in ihrer Rolle als Medienstadt, von der aus mit der Erfindung der Druckkunst die erste Medienrevolution ihren Ausgang nahm, begriffen. „Vor dem Gutenbergjahr war vielen Menschen der Zusammenhang zwischen der Erfindung Gutenbergs und dem rasanten und enormen Umbruch, den wir im Zeitalter von elektronischer Kommunikation und Information erleben, nicht so deutlich geworden“, so der Oberbürgermeister.

Er freue sich, dass die Ausstellung „400 Jahre Zeitung1605 - 2005“, die Impulse des Jubiläumsjahres „Gutenberg 2000“ aufnehme, in der zweiten Jahreshälfte 2005 (09. Juli 2005 bis 30. Dezember 2005) im Weltmuseum der Druckkunst zu sehen sein werde. Das Ausstellungsprojekt zur Geschichte der Zeitung, sei schließlich eng mit dieser ersten Medienrevolution verknüpft. Oberbürgermeister Beutel: „Ohne Gutenberg keine Zeitung, lautet kurz und bündig die Formel.“ Auch deshalb sei die Gutenbergstadt Mainz als Ausstellungsort bestens geeignet, die Verbindung „Erste Medienrevolution – 400 Jahre Zeitung“ zu dokumentieren.

Gut hundert Jahre nach der Erfindung Gutenbergs, die sich zunächst im Buchdruck und in den sog. Einblattdrucken (z.B. Flugblätter) niederschlug, eroberte die „Flachware“, wie der Fachjargon das Medium Zeitung bezeichnet, 1605 von der anderen, der französischen Gutenbergstadt Straßburg aus mit der ersten Zeitung, der „Relation“, die Welt und hatte dann rund dreihundert Jahre lang (bis zum Aufkommen des Rundfunks in den 20er Jahren) das Monopol, über alle Veränderungen in Staat und Gesellschaft zu berichten.

Mit dem Aufkommen der Zeitung wurden die Zeitgenossen erstmals in den Stand gesetzt, sich regelmäßig und aktuell über das Weltgeschehen unterrichten zu können. Das traf offensichtlich den Nerv der Zeit. Das neue Medium entwickelte sich innerhalb weniger Jahrzehnte zum weitaus beliebtesten Lesestoff und damit – bis heute – zum populärsten Zweig der Erfindung Gutenbergs.

Sie erst hat das Entstehen einer politischen Öffentlichkeit geschaffen, hat den Zeitgeist gesteuert, Stimmungen erzeugt, Meinungen im Guten wie im Bösen geprägt. Sie verbreitete die Ideen der Aufklärung, war Speerspitze der demokratischen Bewegungen, war aber auch – das musste gerade Deutschland im Nationalsozialismus bitter erfahren - indoktrinierende Mitstreiterin von Diktatur und Unterdrückung.
Der Oberbürgermeister: „Zeitung ist ein facettenreicher Gegenstand und Mainz nicht nur Ausgangsort der ersten Medienrevolution, sondern indirekt auch Ausgangsort eines wichtigen Epochensprungs in der Geschichte der Menschheit.“ Er dankte dem Zeitungswissenschaftler und Kurator der Ausstellung, Dr. Martin Welke, für sein großes Engagement.

Mit dem ambitionierten Projekt einer Ausstellung zum 400-jährigen Jubiläum der Zeitung öffne sich eine große Chance, dieses Medium von den Anfängen bis zur Gegenwart umfassend in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses zu rücken, so Staatsekretär Roland Härtel (Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur Rheinland-Pfalz): „Angesichts der Bedeutung der Zeitung für die Entwicklung unserer Gesellschaft ist deren Geschichte unverdient vernachlässigt worden.“

Dass es zur Jubiläums-Ausstellung kommen werde, sei neben den weiteren Förderern vor allem dem Kurator des Projektes, Dr. Martin Welke, zu verdanken, der seinen wissenschaftlichen Lebensweg dem gedruckten Wort, der Zeitung, gewidmet hat.

Der Übergang der Frühmoderne zur Moderne sei untrennbar verbunden mit der Entstehung von Öffentlichkeit, mit der Verdichtung und Professionalisierung der Kommunikationsformen und -mittel sowie einer Popularisierung einzelner Medien. Von den Anfängen des Buchdrucks über die Ausdifferenzierung der Zeitungslandschaft in den folgenden zwei Jahrhunderten bis zur Massenkommunikation ab dem 19. Jahrhundert: Formen, Medien, Träger und Inhalte der öffentlichen Kommunikation sind stets eng verknüpft gewesen mit politischen und sozialen, mit wirtschaftlichen und technischen, vor allem aber mit kulturellen Entwicklungen.

Staatsekretär Härtel: „Nachhaltig hat sich das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur bei der Realisierung der kulturpolitisch wichtigen Jubiläumsausstellung eingebracht: mit der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur und ihren finanziellen Leistungen, mit konkreten Hilfestellungen für den Bereich des Gutenberg-Museums und mit finanziellen Hilfen bei Planung und Durchführung des wissenschaftlichen internationalen Symposions zur Ausstellung.“

Mit der Präsentation in 2005 zeichne sich zugleich eine längerfristige Perspektive ab, so Staatsekretär Härtel: „Es ist der Schritt hin zu einer dauerhaften, enzyklopädisch angelegten Dauerausstellung über die Geschichte der Zeitung im Gutenberg-Museum.“

„Wir sind stolz darauf, dass wir dieses welthistorische Jubiläum im Gutenberg-Museum feiern können“, so Kulturdezernent Peter Krawietz. Das ganze 20. Jahrhundert hindurch habe die Wissenschaft vergeblich gefordert, in Deutschland, dem Geburtsland der Zeitung, ein zentrales Museum für die Geschichte „dieses ältesten und wichtigsten Informationsmittels unserer Gesellschaft einzurichten.“
Nun sei dieses Museum als Abteilung an einem Platz, der besser nicht passen könnte: im Gutenberg-Museum, welches die wohl wichtigste Erfindung des Jahrtausends erläutere und darstelle. Kulturdezernent Krawietz: „Ich bin persönlich sehr glücklich, dass es uns gelungen ist, den endgültigen Standort für diese Sammlung in Mainz einzurichten.“

Eckdaten
Laufzeit: 10. Juli 2005 - 30. Dezember 2005
Eröffnung: 09. Juli 2004

Ort: Gutenberg-Museum Mainz (Liebfrauenplatz)

Öffnungszeiten wie Gutenberg-Museum:
Dienstag bis Samstag: 09.00 – 17.00 Uhr
Sonntag: 11.00 – 15.00 Uhr
Montag und an gesetzlichen Feiertagen: geschlossen
Bei Bedarf längere Abendöffnungszeiten an ein oder zwei Wochentagen.

Eintrittspreise: gegenüber den bestehenden leicht erhöht, gültig für das ganze Haus

Katalog: Es ist ein Katalogbuch zur Ausstellung vorgesehen, das auch nach der Ausstellung noch im Buchhandel als Kompendium zur Geschichte der Zeitung Wissenschaftlern und kulturhistorisch Interessierten zur Verfügung stehen soll: Eine gut lesbare Geschichte der Zeitung in Buchform, mit Abbildungen der Exponate, ohne spezifischen Katalogteil (Verlagsverhandlungen laufen)

Kurator: Dr. Martin Welke
Ausstellungsarchitekt: Marcus Hofbauer

Grafik-Design: Christine Landgraf

Begleitprogramm: Führungen für Erwachsene und Kinder; 2 Kurzfilme für Kinder zu bestimmten Zeiten (4. OG); Herstellung einer Zeitung im Druckladen des Gutenberg-Museums durch Kinder

Symposium: Internationales Symposium „400 Jahre Zeitung“, mit 23 Referaten europäischer Pressehistoriker, vom 21.07 - 24.07.2005 Öffentlicher Abendvortrag


Geldgeber: Kulturstiftung Rheinland-Pfalz, Kulturstiftung der Länder, Stadt Mainz, Förderverein Gutenberg e.V., Stiftung Moses

Sponsoren: Mit Rücksicht auf noch laufende Verhandlungen können derzeit noch keine Sponsorennamen genannt werden

Medienpartnerschaft: Während der Ausstellung wird in den Ausstellungsräumen ein Büro der Allgemeinen Zeitung Mainz, besetzt mit einem Redakteur, die Arbeit aufnehmen und täglich das Zeitungsmachen demonstrieren

Schirmherrschaft: Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger

Quelle: Newsletter der Stadt Mainz vom 15.10.2004

 
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