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Posted 21-11-2003
Die Chronik befasst sich mit der Schilderung der Lebensumstände einer Familie Schindel während des 30-jährigen Krieges in der Ganerbschaft Bechtolsheim (heute zu Rheinhessen gehörend). Es werden die entsetzlichen Verwüstungen durch General Melac im Auftrage Ludwigs XIV. im 9-jährigen pfälzischen Erbfolgekrieg beschrieben, die Ausraubung, die Hungersnot der Bevölkerung. Trotz aller Abwerbeaktivitäten der Engländer unter Königin Anna, deutsche Kolonisten für die Besiedlung Pennsylvanias und Carolinas zu finden und der Franzosen, die ebenfalls Siedler für ihre Kolonie Louisiana suchten, auch Maria Theresia brauchte Bewohner für ihre eroberten Gebiete im Banat, der Batschka und Siebenbürgen, hielten die Schindels in ihrer Heimat aus und begannen nach jedem Überfall durch die vielen marodierenden Söldnerheere erneut mit dem Aufbau: „Wir bleiben im Lande und nähren uns redlich“. In der Pfalz galt das Realteilungserbrecht. Die Landstücke für die großen Familien wurden immer kleiner. Die Schindels horchten auf, als für die Sierra Morena, für französisch Guayana, von Katharina für die Wolga, von Friedrich dem Großen für Schlesien und das Oderbruch geworben wurde. Den Emissären vom Deutschen Kaiser Josef II., dem Sohn von Maria Theresia, konnten sie nicht widerstehen: „sie waren weichgeklopft“.
Aber erst drei Generationen nach den ersten Auswanderungsüberlegungen des Urvaters Theobald Schindel, machte sich die Familie mit Konrad Schindel 1783 auf den Weg nach Galizien. Galizien war nach der ersten polnischen Teilung 1772 an Österreich gefallen. Man liest über die Schwierigkeiten, für eine leibeigene Familie den „Losschein“ von den Ganerben in Bechtolsheim zu bekommen. Die Erlebnisse während des Weges von Ulm nach Wien auf der Donau sind beschrieben; wie auch über die unsäglichen Anfangsschwierigkeiten als Kolonisten in einem fremden Land berichtet wird, den eigenen Hausbau in ihrer deutschen Kolonie Hohenbach, wohin sie von den Wiener Behörden eingewiesen wurden. Man erfährt etwas über die konfessionellen Probleme für eine evangelische Familie augsburgischen Bekenntnisses in einem stockkatholischen Land.
Weiterlesen bei http://bmoverlag.mainserver.homelinux.net/books/3000097406/index.htm
Das Buch "Sand über welke Blätter" hat 484 Seiten und kostet 19,90 EUR.
Vielen Dank an Herrn Kaul aus Saulheim für den Tipp!
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