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Posted 14-11-2003
Am Mittwoch, 18. November 2003, um 19.00 Uhr stellen im Mainzer Rathaus (Valencia-Zimmer) das Institut für Geschichtliche Landeskunde/Mainz und das Hessische Landesamt für Geschichtliche Landeskunde/Marburg die 398 Seiten starke Publikation „Verwandte, Teilhaber und Dienstleute. Herrschaftliche Funktionsträger im Erzstift Mainz 1514 bis 1647“ von Alexander Jendorff vor. Erschienen ist sie jetzt für 59 Euro im Verlag des Hessischen Landesamtes für geschichtliche Landeskunde in Marburg in der Reihe ‚Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte’ (Band 18).
Nach der Bergrüßung durch Kulturdezernent Peter Krawietz, Prof. Dr. Franz J. Felten, dem Leiter des Instituts für Geschichtliche Landeskunde an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Prof. Dr. Ursula Braasch-Schwersmann, der Leiterin des Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde stellt der Autor Alexander Jendorff das Buch und die zugehörige CD vor. Der promovierte Historiker Jendorff studierte Geschichte und Latein an den Universitäten Gießen, Leicester und Berlin. Zurzeit unterrichtet er als Studienrat an einem Oberstufengymnasium in Wetzlar.
Staat und Herrschaft sind zentrale Themen der deutschen wie der europäischen Geschichtsforschung. Neben den großen Gestalten interessieren insbesondere auch die Träger ihrer Macht, die vor Ort wirkenden Funktionäre und Beauftragten der geistlichen und weltlichen Herrscher, die zur Entwicklung des Staates in der Frühen Neuzeit beitrugen.
Nachdem die Beamtenschaft zahlreicher Fürstentümer und Territorien im Alten Reich untersucht worden ist, liegt nun endlich auch für das Kurfürstentum Mainz eine entsprechende Studie vor, die nicht nur die Namen und Tätigkeiten der Amtsinhaber nennt, sondern darüber hinaus auch ihre Kompetenzen und Sozialgeschichte erforscht. Kurmainz war etwas Besonderes: Ein geistlicher Staat, in dem der Kurfürst vom Domkapitel gewählt wurde, das sich aus den Angehörigen der Reichsritterschaft des Mittelrheins zusammensetzte.
Um Politik und damit ‚Staat zu machen‘, war ein prinzipieller Konsens der gesellschaftlichen Eliten notwendig. Daher interessieren nicht nur die in akribischer Archiv- und Quellenarbeit ermittelten Namen der Beamten und die Beschreibung ihrer vielfältigen Aufgaben vom Hofrat bis zum Kammerbediensteten, vom Burggrafen bis zum Brunnenmeister und geschworenen Silberboten, sondern auch ihre Vernetzung mit dem Kurfürsten und dem Domkapitel. Wie war das Kurfürstentum Mainz organisiert und wie funktionierte es? Welche Abhängigkeiten bestanden zwischen dem Kurfürsten und seinen Beamten, in welchen Formen konnte sich moderne Staatlichkeit entwickeln?
Alexander Jendorff beobachtet Einzelne ebenso wie die Beziehungen ganzer Personengruppen und schaut den Amtsträgern im Kurfürstentum Mainz bei der Arbeit zu. Was haben sie verdient, wie lange waren sie tätig, wechselten sie die berufliche Stellung und wo lagen ihre Dienstorte in dem zersplitterten Territorium, zu dem nicht nur Mainz und sein Umland an Rhein und Main gehörte, sondern auch ferne Güter im Eichsfeld, zwischen Treffurt und Duderstadt oder verstreut in kleinen Dörfern östlich von Marburg.
Eine Faltkarte mit dem Territorium des Erzstifts Mainz illustriert seine Ausführungen. Das gedruckte Orts- und Personenregister wird durch weitere Daten auf einer beigefügten CD ergänzt, die dem Interessierten weitere Analysemöglichkeiten bietet.
Quelle: Pressemitteilung der Stadt Mainz vom 12.11.2003
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